CINÉ VÉLO CITÉ: Münchner G’schichten

CVC x Münchner G’schichten

Konzept

Ein mobiles Freiluft-Kino-Projekt, das mit Erzählungen von Münchner Filmemacherinnen nachbarschaftliche Gemeinschaftserlebnisse im Sommer 2026 in verschiedene Münchner Viertel bringt.

Wie eine Reihe deutscher Großstädte wächst vor allem auch München stetig. Bis 2045 werden in München voraussichtlich 1,83 Millionen Menschen leben. Gemessen an 2024 mit rund 1,60 Millionen Einwohnern entspricht dies einem Wachstum von 14 Prozent. Zudem gilt München traditionell als Deutschlands ‚Single-Metropole‘, in der im Gegensatz zu räumlichen Verdichtungen die Menschen jedoch nicht gleichermaßen näher zueinander rücken. Vielmehr prägen Individualisierung, Rückzug und nicht selten auch Vereinsamung das Bild und begründen Trends zur Fragmentierung und auch Polarisierung der Münchner Stadtgesellschaft. Die Stadtplanung der Landeshauptstadt hat diese Entwicklung längst erkannt und setzt auf Dritte Orte und demnach soziale Treffpunkte jenseits von Zuhause und Arbeitsplatz, die als ‚Inkubatoren‘ für das Erleben von Gemeinschaft und Identitätsstiftung wirken und dadurch zugleich den sozialen Zusammenhalt befördern.

Gemäß dieses Ansatzes planen wir, das Team hinter Ciné Vélo Cité, mit den Münchner G’schichten eine Freiluftkinotour, die an acht Abenden Ende August / Anfang September niedrigschwellig sowie kosten- und konsumfrei die Bewohner eines Viertels einlädt, filmische Perlen von Münchner Filmemacherinnen zusammen zu erleben und dabei miteinander zu lachen und zu staunen, sich auszutauschen und schlichtweg eine erfüllende Zeit zusammen zu verbringen.


Damit greifen die Münchner G’schichten das Erfolgskonzept des Wiener Volxkino auf, das seit über 35 Jahren in Form eines mobilen Open Air Kinos jeden Sommer durch die Stadt wandert und mit rund 40 kostenlosen Filmveranstaltungen ein #kinofüralle!  in Grätzl, Parks und Wohnsiedlungen bringt. Für München haben wir dieses Format weiterentwickelt, indem wir mit Geschichten, die in München spielen und von Münchnerinnen erzählt werden, die Stadt in ihrer Vielfalt sowohl den gebürtigen Münchnern, als auch Zugezogenen, egal ob jung oder alt, ungeachtet ihres Einkommens, Hintergrunds oder auch möglicher Beeinträchtigungen präsentieren.

Zur Umsetzung dieses Projekts in den Bezirken Innenstadt/Lehel, Ludwigvorstadt/Isarvorstadt, Au-Haidhausen bis Ramersdorf/Neuperlach nutzen wir das Cine-Velo-Mobil. Es ist mobil und präzise einsetzbar und kann auch abgelegene Orte als temporäre Intervention ohne Stromanschluss in offene Freiluftkinos transformieren. So werden dezentral passgenaue Kulturorte in einem dichten urbanen Raum geschaffen und zudem insbesondere kulturarme Viertel bereichert.

Das Cine-Velo-Mobil ist ein speziell umgebautes Lastenfahrrad mit Anhänger, ausgestattet mit integrierter Projektionstechnik, mobiler Tonanlage und faltbarer Leinwand. Die gesamte Kinoinfrastruktur wird emissionsfrei über Solarpanels und Batteriespeicher betrieben und ermöglicht einen autarken Betrieb über mehrere Stunden. Durch ihre kompakte Bauweise erlaubt die Infrastruktur einen schnellen Auf- und Abbau sowie den Einsatz an Orten, die für klassische mobile Bühnen oder konventionelle Kinotechnik nicht zugänglich sind. Sitzgelegenheiten werden ortsspezifisch ergänzt oder gemeinsam mit Anwohnerinnen und Anwohnern gestaltet.

Dabei greifen wir auf Erfahrungen zurück, die in den vergangenen drei Jahren in Kooperation mit dem EU-Projekt Creating NEBourhoods Together sowie mit Partnern in Neuperlach, den Münchner Kammerspielen, dem Lenbachhaus und der Pinakothek der Moderne gewonnen wurden. In diesem Rahmen wurde CinéVelóCité wiederholt in unterschiedlichen urbanen Kontexten eingesetzt, von Großwohnsiedlungen über An- und Erweiterungsbereiche von Kulturbauten bis hin zu informellen Nachbarschaftsräumen. Es hat sich dabei als niedrigschwelliger, publikumsnaher und zugleich verlässlicher temporärer Kinospielort bewährt.

Wesentliches Fundament dieses kulturellen Pilotprojekts, das perspektivisch die gesamte Stadt mit Filmkultur für alle als Impuls der Begegnung und des Miteinanders verbinden möchte, ist ein breiter Schulterschluss. Gemeinsam mit Münchner Filmemacherinnen, zivilgesellschaftlichen Initiativen wie dem KulturRaum München und MORGEN e.V.: Netzwerk Münchner Migrantenorganisationen; dem Gesellschaftsraum, dem Münchner Filmmuseum, Bellevue di Monaco sowie der jeweiligen örtlichen Gastronomie und dem Einzelhandel, aber auch städtischen Einrichtungen wie den jeweiligen Stadtteil-Kulturzentren, den Bezirksausschüssen und der Abteilung Stadtteilkultur des Kulturreferats sowie Community-Netzwerken wie nebenan.de und Medienpartnern wie rausgegangen.de oder eintrittfrei-muenchen.de werden wir der Münchner Stadtgesellschaft im August 2026 unvergessliche Sommerabende und Kinoerlebnisse im Kreis ihrer Nachbarn bereiten